Donaugebet „Pandemie und Ökologie – worauf setzen wir unsere Hoffnung?“ am 28. Februar 2021

1. Begrüßung

Wir begrüßen Sie alle ganz herzlich zu unserem heutigen Schöpfungsgebet. Dieses Gebet wird gestaltet vom Ökumenischen Aktionskreis „Lebendige Donau“, vertreten durch Marlis Thalhammer, Monika Vogl und Elfriede-Maria Heining. Wir haben es unter das Thema gestellt „Pandemie und Ökologie – worauf setzen wir unsere Hoffnung?“. Wir verbinden uns mit den Beterinnen und Betern in Oberalteich und beginnen unser Gebet im Namen des VATERS und des SOHNES und des HEILIGEN GEISTES. Amen

2. Gongklang

3. Hinführung

Genau vor 9 Monaten hat uns beim Junigebet, das wir damals digital aufnahmen, Regionalbischof Klaus Stiegler von Regensburg das „Hohe Lied der Hoffnung“ aus dem Römerbrief ins Herz gelegt. Mich persönlich begleitet seither dieses Pauluswort, wir werden es nachher hören. Damals standen wir am Ende des ersten Lockdowns – und wir dachten, wir hätten es geschafft, das Virus in die Schranken zu weisen. Und heute? Die Pandemie hat uns immer noch voll im Griff. „Rückkehr zur Normalität“, das große Sehnsuchtswort, ist allerorten zu hören. Doch wie wird diese neue Normalität aussehen? Unser Suchen nach tieferem Erahnen und wenigstens ansatzweisem Verstehen können unserer gegenwärtigen Situation – und die Frage: worauf setzen wir unsere Hoffnung? hat uns drei zusammengeführt, dieses Gebet heute vorzubereiten. Dabei haben uns zwei Texte inspiriert. Der erste eines Seminars zu Pandemie und Ökologie. Darin wird ausführlich behandelt, wie die gegenwärtige Krise Teil unserer gesamten ökologischen Krise ist, wie die Menschheit selbst diese Krise verursacht hat, dass unsere ganze Erde krank und COVID-19 ein Ausdruck davon ist. So wie Papst Franziskus vor fast einem Jahr, allein vor den Toren von St. Peter stehend, sagte: „Wir meinten, wir könnten in einer kranken Welt gesund bleiben.“ Der Text sagt deutlich: „Fassen wir diese Krise in ihrem ganzen Umfang ins Auge, dann müssen wir feststellen, dass heute das Leben der Erde als Ganzes in akuter Gefahr ist. Für die Erde aber gibt es kein Beatmungsgerät. Und es sind wir Menschen, die die Wälder, die Lungen der Erde und die Lebensräume der Tiere zerstören, um alles unserer technischen und ökonomischen Kontrolle zu unterwerfen.“ Der zweite Text, der uns inspiriert hat, ist aus der ersten Februar-Ausgabe der Wochenzeitschrift „Christ in der Gegenwart“. „Innehalten“ – ruft uns der Herausgeber Johannes Röser zu. Innehalten! Einige zentrale Stellen dieses Textes möchten wir jetzt mit Ihnen teilen. Innehalten - jetzt in diesem gemeinsamen Moment hier unterm Donaukreuz . Zwei instrumentale Einspielungen vom Junigebet begleiten uns dabei. „Jeder Teil dieser Erde“ – von Mirjam und Thomas Sigl und das Spiel auf der Okarina von Christian Slavik.

4. Instrumental „Jeder Teil…“

5. „Innehalten…“

a. Johannes Röser sieht in seinem Artikel durch die Pandemie unser ganzes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem in Frage gestellt. Er beginnt mit der Frage: „Mitten in der alle Völker betreffenden globalen Krise, einer der schwersten seit Menschengedenken ….. harren wir dem Ende der Einschränkungen entgegen. Um weiterzumachen wie bisher, gar noch beschleunigter das Versäumte nachzuholen, das Gewohnte zu übertreffen?... Was wird sein mit jenen, die als Opfer auf der Strecke geblieben sind, mit den Gestorbenen, mit den auf vielerlei Weise an Körper und Geist Verwundeten, den Trauernden, den Leidenden? Werden sie im neuen Konsumrausch rasch vergessen sein? … Der politische Theologe Johann Baptist Metz hatte stets eingefordert, die Opfer der Geschichte, die Leidensgeschichten der Besiegten nicht zu vergessen.“ Ihr Elend, das Elend des gesamten Volkes will vor GOTT getragen werden. Das ist Aufgabe des Gebetes, der Religion, meint Röser.

Worauf setzen wir unsere Hoffnung?

VATER, wir vertrauen auf die Macht des Gebetes und bringen DIR unsere verletzten Brüder und Schwestern, samt der geschundenen Schöpfung.

Instrumental – Okarina

b. Röser fragt weiter: Wie halten wir es in einer der christlichen Glaubenspraxis entfremdeten Kultur mit dem Realitätssinn der Buße, Reue und des Sündenbekenntnisses, der Zurückhaltung, Bescheidenheit und Askese angesichts einer Prüfung, die zurzeit kaum schwerer gedacht werden kann? “ Viele zeigen Verständnis für rechtzeitige strikte Maßnahmen zur Eindämmung von Corona. Doch oft suchen sich die Menschen dann ihre privaten Schlupflöcher. „Denn so ist der Mensch, dem es schwerfällt, sein Verhalten, seinen liebgewordenen Lebensstil einzuschränken – und sei es nur auf Zeit.“ „Sind wir wirklich nicht mehr bereit, Opfer dafür zu bringen, damit es möglichst wenige Opfer gibt? Innehalten! Das würde im Sinne einer kritischen Erinnerung ebenfalls bedeuten, schuldhaftes Versagen per Gewissenerforschung zu überprüfen, um daraus mit Reue und Vorsatz Konsequenzen zu ziehen. …

Worauf setzen wir unsere Hoffnung?

HERR, wir glauben, dass DU uns die Kraft gibst, unsere Vergehen zu erkennen und sie in DEIN barmherziges HERZ zu legen.

Instrumental - Okarina

c. Wie wird es weitergehen? Fragt Johannes Röser. Werden wir grad so weitermachen mit einer ökologisch verheerenden Wegwerf- und Verschwendungskultur, die Shopping, Freizeitspaß und exzessives Reisevergnügen an die oberste Stelle persönlichen Glücksempfindens gerückt hat? Jedes Jahr ein neues Smartphone, neue Kleider, in immer kürzeren Intervallen neue Möbel, neue Autos, während alte Fahrzeuge, obwohl noch tauglich, abgewrackt werden sollen, damit die Wirtschaft angekurbelt wird. … Braucht es nicht doch ein radikales privates Umdenken, einen einschneidenden Wandel tatsächlich ebenso des persönlichen Lebensstils – hin zu Einfachheit, Reduktion, Einschränkung, Abrüsten und Herunterfahren? Lockdown und Shutdown dauerhaft, nicht nur zu Corona-Zeiten?... Ist das Utopie oder werden wir als Kultur und Gesellschaft nach einem epochalen Innehalten doch einen Ausweg voller Mäßigung, die Tugend des Maßes und Maßhaltens, neu finden, der eine völlig neue ökonomische wie soziale Ordnung hervorbringt? Eventuell sogar mitinspiriert von einer christlichen Haltung und Hoffnung, die Fortschritt mit Sinn verbindet, mit einem Sinn, der darum weiß, dass wir in dieser Welt nicht ganz zuhause sind.

Worauf setzen wir unsere Hoffnung?

HERR, wir bitten DICH um DEINE KRAFT der Umkehr, die uns hilft zu lernen, maßzuhalten und uns auf das Wesentliche zu beschränken.

Instrumental - Okarina

d. Johann Baptist Metz schrieb im Eingangstext der Würzburger Synode, die sich heuer zum 50. Mal jährt, den Grundlagentext „Unsere Hoffnung“. Dort heißt es: ‚Mit zunehmender Deutlichkeit erfahren wir heute, dass diese Entwicklung nicht unbegrenzt ist, ja, dass die Grenzen der wirtschaftlichen Expansion, die Grenzen des Rohstoff- und Energieverbrauchs, die Grenzen des Lebensraums, die Grenzen der Umwelt- und Naturausbeutung eine wirtschaftliche Entwicklung aller Länder auf dieses Wohlstandniveau, das wir gegenwärtig haben und genießen, nicht zulassen. Angesichts dieser Situation wird von uns – im Interesse eines lebenswürdigen Überlebens der Menschheit - eine einschneidende Veränderung unserer Lebensmuster, eine drastische Wandlung unserer wirtschaftlichen und sozialen Lebens-prioritäten verlangt, und dies alles voraussichtlich noch innerhalb eines so kurzen Zeitraums, dass ein langsamer, konfliktfreier Lern- und Anpassungsvorgang kaum zu erwarten ist. Es werden uns neue Orientierungen unserer Interessen und Leistungsziele, aber auch neue Formen der Selbstbescheidung, gewissermaßen der kollektiven Aszese abverlangt. Werden wir die in dieser Situation enthaltene Zumutung aggressionsfrei verarbeiten können? Jedenfalls wird diese Situation zum Prüfstand für die moralischen Reserven unseren hochentwickelten Gesellschaften werden.“ Das wurde uns vor 50 Jahren gesagt. Röser dazu: Die Pandemie könnte für diesen tiefgreifenden Wandel ein neuer Ausgangspunkt sein. Corona ist längst weitaus mehr als nur eine Seuche, die unsere medizinische und pharmakologische Forschungsintelligenz herausfordert. Es geht um unser Leben, um den Sinn unseres Lebens, um ein Andersleben im Blick auf Diesseits und Jenseits. Eine in weiten Teilen des Christentums vergessene Gesellschaft dürfte dabei ein bisschen Inspiration durchaus noch von den Christen erhalten, die ernstnehmen, was sie glauben, lieben und hoffen.

Worauf setzen wir unsere Hoffnung?

HERR, hilf uns, aufzuwachen und uns neu zu orientieren an dem, was DU uns sagt, um daraus die neue Welt zu gestalten.

Instrumental - Okarina

e. Der Theologe Metz führt weiter: „Diese Hoffnung kommt nicht aus dem Ungewissen und treibt nicht ins Ungefähre. Sie wurzelt in Christus. Und sie klagt auch bei uns Christen die Erwartung SEINER Wiederkunft ein. Sie macht uns immer neu zu Menschen, die inmitten ihrer geschichtlichen Erfahrungen und Kämpfe ihr Haupt erheben und dem messianischen „Tag des HERRN“ entgegenblicken“. Christsein religiös – und politisch!

Worauf setzen wir unsere Hoffnung?

HERR, lehre uns, unsere Hoffnung allein auf DICH zu setzen, dass DU der HERR des Himmels und der Erde bist, dass DU uns führen wirst und wir in DIR den messianischen Tag des HERRN erwarten dürfen.

Instrumental – „Jeder Teil dieser Erde….“

6. Schrifttext aus Röm 8,28 / 15,13 Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. Der GOTT der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes. Und in Genesis 9,8-17 gibt GOTT Noah und uns SEINE große Zusage: „Hiermit gehe ich meine Bundesverpflichtung euch gegenüber ein: Nicht noch einmal soll alles Fleisch von den Wassern der Himmelsflut vernichtet werden, nicht noch einmal soll die Flut kommen, die Erde zu verderben.“ Und GOTT sagte: „Darin besteht das Zeichen der Bundesverpflichtung, die ich festlege zwischen mir und der Erde… Der Bogen wird in den Wolken sein. Ich werde ihn sehen und an die ewige Bundesverpflichtung zwischen mir und allen lebendigen Wesen denken.“

7. Gongklang mit Stille

8. Vater unser

9. Papst Franziskus sagte in seiner Aschermittwochspredigt:

„Wir werden die gegenwärtige Krise nur in einer neuen Geschwisterlichkeit aller Menschen bewältigen können.“ Seine neue Enzyklika „Fratelli tutti“ ist dieser Vision gewidmet. Wir wollen mit dem Ökumenischen Gebet daraus abschließen. HERR, unser GOTT, dreifaltige Liebe, lass aus der Kraft DEINER innergöttlichen Gemeinschaft die geschwisterliche Liebe in uns hinein strömen. Schenke uns die Liebe, die in den Taten JESU, in der Familie von Nazareth und in der Gemeinschaft der ersten Christen aufscheint. Gib, dass wir Christen das Evangelium leben und in jedem Menschen CHRISTUS sehen können, dass wir IHN in der Angst der Verlassenen und Vergessenen dieser Welt als den Gekreuzigten erkennen und in jedem Bruder, der sich wieder erhebt, als den Auferstandenen. Komm, HEILIGER GEIST, zeige uns deine Schönheit, die in allen Völkern der Erde aufscheint, damit wir entdecken, dass sie alle wichtig sind, dass alle notwendig sind, dass sie verschiedene Gesichter der einen Menschheit sind, die DU liebst. Amen

10. Instrumental – „Jeder Teil….“

11. Abschluss: Dank an alle, die nah und fern mitgebetet haben

Donau-Kalender 2021

Auch für 2021 gibt es wieder den Donau-Kalender von den Freundinnen der Donau mit dem interessanten und vielfältigen Thema

"Schwester Wasser".

Preis: 9,50 EUR zzgl. Versandkosten.
Ab 10 Stück erhalten Sie ein Freiexemplar.

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Nördlicher Stadtgraben 33, 94469 Deggendorf

Telefonische Bestellung: Weltladen im Frauenzentrum e.V., 0991 / 379 08 50

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Donausegnung "Dahoam" 2021

Gleichsam ohne direkte, anwesende Beteiligung der Gebetsgemeinschaft am Donaukreuz fand die diesjährige Donausegnung am 10.01.2021 statt. Corona ließ es nicht zu. Die Gebete wurden deshalb von zu Hause aus gesprochen.


Predigt von Regionalbischof Klaus Stiegler zur Donaukreuzsegnungsfeier am 28. Juni 2020

Das Hohe Lied der Hoffnung Predigt von Regionalbischof Klaus Stiegler zum Donaugebet am Sonntag, 28. Juni 2020 Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da war, der da ist und der da kommt. Liebe Schwestern und Brüder im Glauben! An diesem wunderschönen Fleckchen Erde, die fließende Donau vor Augen, inmitten von blühenden Bäumen und Vogelgezwitscher in den Ohren, so feiern wir diese Andacht. Und zunächst möchte ich meinen Dank und meinen Respekt kundtun für all die Menschen die seit 26 Jahren hier in bester ökumenischer Verbundenheit gemeinsam für ihren Glauben einstehen und sich für die Schöpfung, die uns anvertraute Schöpfung, miteinander sorgen und engagieren und notfalls auch dafür kämpfen. Lassen Sie uns unsere Gedanken nun sammeln um einen Satz aus dem Römerbrief. Dort heißt es im 8. Kapitel: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“ Ein kühner, ein steiler Glaubenssatz des Apostels Paulus. „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“ Alles was geschieht in unserem Leben, alles was geschieht in dieser Welt soll uns zum Besten dienen? Können wir damit einstimmen, wenn wir auf unsere Lebensgeschichte zurückschauen oder hinausschauen in die weite Welt, können wir so von unserem Gott, von unserem Leben und unserem Glauben reden? Wenn dem so wäre, dann müssten wir sagen, dass auch die Corona-Pandemie, die die ganze Welt in Atem hält, zum Besten gehört, was uns hätte geschehen können. Würde dieser Satz so zu verstehen sein, dann liegt die Verharmlosung dessen was geschieht ganz nah. Dann wäre es ein Satz, der uns ergeben in schicksalhafte Ereignisse unser Leben führen ließe. Dass auch schwerste Lebenserfahrungen verharmlost würden. Ja das Leiden, das Menschen plagt, geschönt wird, so als ob es darin doch noch etwas zu lernen gäbe. Zynismus und stoische Ergebenheit in alles was geschieht, ist das die Spur, in die hinein uns unser Apostel Paulus führen möchte? Nein, sicher nicht. „Wir aber wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.“ Paulus schreibt und redet so nachdem er im ganzen ersten Teil seines Römerbriefes ausgelotet hat, wie es um uns Menschen eigentlich vor Gott steht. Mit allem Glanz, mit allem Elend unseres Lebens. Vom Kreuz her schaut er auf unser Leben und so ist es wunderbar, dass wir auch hier unter dem Kreuz diese Andacht halten. Das Kreuz, dass uns wie ein Vorzeichen auf das Leben hineinschauen lässt. Und da wird Paulus sehr ehrlich und auch sehr persönlich. Er beschreibt in seinem Römerbrief die ganze menschliche Schwachheit, die wir auch kennen. Er verheimlicht nicht wie zerbrechlich und fragil unser menschliches Leben ist und wie begrenzt unsere menschlichen Kräfte auch sind. Das wir unseren Platz haben inmitten der ganzen Schöpfung, die stöhnt und sich ängstigt. So weit, dass es Erfahrungen im Leben gibt, wo uns die Worte fehlen. Und wo uns manchmal sogar die Worte zum Beten fehlen. In diese Schau auf unser Leben, auf unser Mensch sein, inmitten von Gottes Schöpfung stimmt Paulus dann doch dieses Hohe Lied der Hoffnung an. Und so bekommt dieses Bibelwort eine andere Klangfarbe als Zynismus oder einfach stoische Ergebenheit. Ja wie erleben es wie vor ein paar Monaten in China über ein paar Wildtiere Menschen erkrankt sind. Und wie in diesen Tagen in Europa das gesellschaftliche Leben stillsteht und die Wirtschaft bangt um die Zukunft. Wir erleben wie diese Welt verbunden ist. Vielleicht stellt sich ja auch gerade so die Frage wie das alles zur Güte von Gottes Schöpfung gehört. Wir dürfen die Corona-Krise nicht religiös aufladen so als ob die Schöpfung jetzt gegen uns Menschen zurückschlägt. Auch dieses schreckliche Virus ist Teil der Schöpfung. Dieses Virus gehört zu Gottes Schöpfung so wie die Lilien auf dem Feld und die Vögel auf den Bäumen. Gottes Schöpfung ist gut, so heißt es von Anfang an. Aber sie ist nicht abgeschlossen und sie ist nicht perfekt. Auch in Gottes Schöpfung ist das Potential zum Chaos. Das Tohuwabohu am Anfang, dem nur der Geist Gottes ordnend begegnen kann, die Sintflut-Geschichte oder auch die Plagen, biblische Erinnerung an das chaotische Potential, das auch in der Schöpfung Gottes schlummert. Und gerade deshalb und so haben wir Menschen den Auftrag diese Erde zu bebauen und zu bewahren. Immer wieder gilt es, das Chaos zu bändigen und zu ordnen. Und da haben wir Menschen inmitten aller anderen Geschöpfe unseren Platz und unsere Aufgabe. Dazu hat Gott uns Verstand gegeben, Vernunft und uns in die Verantwortung genommen. „Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.“ Und dazu sind wir Menschen berufen. Sensibilität für dieses Leben zu leben. Für den Ausgleich von Ökologie und Ökonomie und sozialem Frieden zu sorgen, sich einzusetzen und zu leben. Die Donau mit ihren 2900 Kilometern, sie fließt durch 10 Länder. Ein kleines Beispiel wie wir verknüpft und verbunden sind in unserem Leben auf Gottes Erdboden. Nationalistische, sich zurückziehende Haltungen, die nur auf das Eigene bedacht sind, führen nicht in die gemeinsame Zukunft. Das Hohe Lied der Hoffnung, das Paulus anstimmt, gründet darin, dass wir in unserem Leben gehalten sind in der Liebe Gottes. Dass uns von dieser Liebe nichts und niemand trennen kann. Weder Gegenwärtiges, weder Vergangenes noch Zukünftiges. Und darum haben wir Schaffenskraft und darum übernehmen wir Verantwortung und zeugen mit unserem Leben als Christen für die Liebe Gottes zu seiner Schöpfung. Und dann ja, dann geraten uns alle Dinge zum Besten, gehalten von diesem Gott, der immer wieder Zukunft eröffnet und immer wieder Kraft schenkt das Chaos zu bändigen. Amen.